Selbst im Extremfall wird die Gondel leer

Bergwacht machts es sich zur Aufgabe, für alle Skigebiete den gleichen Rettungsablauf zu etablieren

Oberwiesenthal. Mit einigen Neuerungen, aber auch bewährten Mustern hat sich die Bergwacht an Sachsens höchstem Gipfel für den Winter gerüstet. Mit Ina Baumheier an der Spitze sind die Retter, die seit mehr als 50 Jahren Verletzte von den Pisten holen, am Fichtelberg unentbehrlich. Dieses Jahr haben sie in Vorbereitung ihrer Tätigkeit etwas Spezielles geprobt – ein einheitliches Bergesystem.

Die Bergwacht hat es sich zur Aufgabe gemacht, für alle Skigebiete den gleichen Rettungsablauf zu etablieren. Er dient im schlimmsten Falle dazu, in der Luft pendelnde Personen aus havarierten Sesselliftanlagen auf den Boden zu holen. “Dass diese Situation eintritt, wünschen wir uns nicht. Gerüstet sind wir jedoch dafür”, versichert Anton Porstmann, der für Aus- und Fortbildung zuständig ist.

Angesichts der Erfahrungen vergangener Winter ist den Bergwächtern klar, dass sie an den bevorstehenden Skitagen immer wieder mal vom Ofen weggerufen werden. Für Ordnung und Dienstpläne ist erstmals eine Frau verantwortlich: Ina Baumheier. 3 haupt- und 27 ehrenamtliche Helfer weiß sie dabei an ihrer Seite. Die Altersspanne ist riesig, beträgt 66 Jahre. “Willy Pöschl, Jahrgang 1933, ist unser aktiver Senior. Tristan Lißner und Anja Baumheier, beide Jahrgang 1996, sind die Jüngsten”, erklärt die Chefin. Inhaltlich habe sich im Vergleich zu 2010 nicht viel geändert. Die Absprachen mit den Liftbetreibern sind gelaufen, der Tüv habe die Anlagen abgenommen, die Rettungstechnik stehe bereit: »Der Winter kann kommen.«

Obwohl die Ski- zugleich die Hauptsaison der Bergwächter darstellt, waren diese im Sommer nicht untätig. “Wir haben in unserem Objekt neue Fenster eingebaut, gemalert und Parkflächen erweitert”, so Sebastian Groß, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Freie Presse erschienen am 10.11.2011 (Von Thomas Schmidt)

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