Mit einem Stromschock Leben retten

Die Bergwacht Oberwiesenthal hat mit Spenden einen Defibrillator in Oberwiesenthal angebracht. Vor der Nutzung sollte keiner Angst haben.

Oberwiesenthal. Dreimal kam in der vergangenen Wintersaison der Defibrillator der Oberwiesenthaler Bergwacht zum Einsatz. Eine Zahl, die den Mitgliedern zeigte, wie wichtig ein solches Gerät ist. Durch gezielte Stromstöße kann damit ein Kammerflimmern des Herzens unterbrochen werden. Seit gestern gibt es nun auch in der Oberwiesenthaler Sparkassenfiliale auf dem Markt einen Laiendefibrillator – jeder kann so zum Lebensretter werden.

Über 2000 Euro Spendengelder hat die Bergwacht gesammelt. Die Wahl des Ortes, an dem der Defibrillator hängt, kommt nicht von ungefähr. Der Selbstbedienungsbereich der Bank ist 24 Stunden offen, beheizt und videoüberwacht. “Wenn im Zentrum jemand umfällt, kann mit dem Defibrillator schnell geholfen werden. Denn bis ein Rettungswagen da ist, kann es zu spät sein”, sagt Susann Porstmann von der Bergwacht. Sie macht Mut, das Gerät im Notfall auch einzusetzen. “Man muss keine Scheu haben. Man kann nichts falsch machen, nur helfen.”

Wie der Laiendefibrillator funktioniert, demonstrierte gestern die Jugendrotkreuz-Gruppe der Bergwacht Oberwiesenthal.

Wie der Laiendefibrillator funktioniert, demonstrierte gestern die Jugendrotkreuz-Gruppe der Bergwacht Oberwiesenthal.

Kommt es zu einem Notfall, sollen die Helfer immer erst einen Notruf absetzen. “Wichtig ist, dass sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird”, erklärt Porstmann. In dieser Zeit holt jemand den Defibrillator. “Das Gerät führt einen durch das Programm. Sagt genau an, was zu tun ist.” Als erstes werden die Elektroden auf dem Körper angebracht. Neben den Stromstößen und der Druckmassage muss der Patient beatmet werden. Dafür liegt auch eine Beatmungsmaske in dem Kasten.

 

Der Defibrillator ist mit einem Langzeitakku ausgestattet. Gewartet wird er von der Bergwacht. Neben der Sparkasse soll ein bereits vorhandenes Gerät an der Bergstation der Schwebebahn angebracht werden. Außerdem sollen Gewerbetreibende und Interessierte in der Handhabung geschult werden.

erschienen am 25.10.2013 in FREIE PRESSE ( Von Denise Märkisch / Foto: Bernd März )

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