Die Wintersaison 2013/2014 der Bergwacht Oberwiesenthal

 Die Bergwacht Oberwiesenthal beendet am nächsten Samstag mit dem traditionellen Abwintern” offiziell die Wintersaison.
Bei der Terminfindung war man noch von einem Winter wie in den letzten Jahren ausgegangen. Doch der letzte Rettungseinsatz im Skigebiet liegt in dieser Saison schon eine ganze Weile zurück. Die Rettungswache wurde pünktlich mit dem ersten Schnee und der Aussicht auf einen Skibetrieb am 8. Dezember 2013 von den Mitarbeitern der Skiwacht und an den Wochenenden von den Kameraden der ehrenamtlichen Bergwacht besetzt. Dies wurde bis zum 31.03.14 aufrecht erhalten. Die letzten Wochen waren dann schon ohne Schnee und wurden genutzt um die Wintertechnik “einzumotten” und Sommerbereitschaft herzustellen.
Beim Rückblick auf diesen doch ungewöhnlichen Winter, läßt sich feststellen, dass die Einsatzzahlen natürlich nicht den Werten der letzten Jahren entsprechen. Sie fallen mit 218 Einsätzen nicht völlig aus dem Rahmen und bilden den drittniedrigsten Wert seit 2000. Dieser Rückgang ist einzig auf die Wetter- und Schneeverhältnisse, einigen Tagen ohne Skibetrieb und der damit verbunden wenigen Gästen im Skigebiet (2013/14: 169.050) zurückzuführen.
Die Einsatzzahlen ins Verhältnis zu den Gästen im Skigebiet gesetzt, bedeutet ein Verhältnis von einem Unfall auf 775 Skisportler. Dieser Wert liegt im Schnitt der letzten Jahre. Ebenso die durchschnittlichen Einsatzzahlen pro Tag, die mit 2,22 einen niedrigen aber nicht außergewöhnlichen Wert bilden.
Die Detailauswertung etwa nach Verteilung auf Wochentage oder Tageszeiten zeigen ebenfalls Durchschnittswerte.
Bei der Verteilung auf die Altersgruppen haben wieder die Kinder unter 12 Jahren “die Nase vorn” – mit einem Schnitt der doch über den der letzten 5 Jahre liegt.
 Valide Gründe dafür können wir nicht ausmachen, vielleicht zählte die Altersgruppe in dieser Saison überdurchschnittlich hoch zu den Skigästen!?
Die häufigsten Unfallopfer gehören, wie in den letzten Jahren auch, der Gruppe der alpinen Skifahrer an, gefolgt von den Snowboardern. Auch das nicht außergewöhnlich, einzig der Anstieg der verunfallten Fußgänger wäre in dieser Kategorie zu nennen. Dies führen wir auf die schlechten, oft vereisten Wanderwege in diesem Winter zurück.

 

Bei den Verletzungsarten zeigt diese Saison das selbe Bild wie in den Jahrzehnten zuvor: Die Verstauchungen, Prellungen und Distorsionen bilden die Hauptverletzungsarten,
gefolgt von Frakturen hauptsächlich im Bereich der Unterarme (Radiusfraktur) und Unterschenkel. Sehr schwere Verletzungen (Polytraumen u.ä.) waren zum Glück nicht zu verzeichnen. Zugenommen haben die Weichteilverletzungen und hier vorwiegend Schnittverletzungen. Wer heute schon mal eine frisch geschliffenen Skikante entlang gefahren ist, kann sich das sicher sehr gut vorstellen.
Außergewöhnliche Ereignisse gab es auch in dieser Wintersaison. An erster Stelle zu nennen ist hier sicher der Unfall des Rettungshubschraubers Christoph 46 beim Landeanflug zur Bergrettungswache. Die Wetter- und hier die Untergrundverhältnisse spielten auch bei diesem Ereignis die primäre Rolle. Der übliche Landeplatz war leicht vereist und führte zum Abrutschen der Maschine kurz nach der Landung. Verletzt wurde zum Glück niemand und der erhebliche Sachschaden konnte auch behoben werden.
Außergewöhnlich aber auch der Zuspruch den die Bergwacht Oberwiesenthal im vergangenen Jahr an Menschen erhielt, die ehrenamtlich ihre Freizeit der Bergwachtarbeit widmen wollen. Mit 10 sogenannten Anwärtern und Anwärterinnen ist der höchste Wert seit der Wende zu verzeichnen. Die Bergwacht freut sich auch weiterhin über Jeden und Jede die gerne hier ehrenamtliches Engagement zeigen wollen.
Abschließend möchte sich die Bergwacht Oberwiesenthal bei allen Förderern, Sponsoren, Freunden, Liftbetreibern, Mitarbeitern der Verwaltungen und nicht zuletzt bei allen Angehörigen der Kameraden für die Unterstützung, Zusammenarbeit und das Verständnis für viel ehrenamtliche Zeit bedanken.
Einen schönen Sommer wünscht
Ihre Bergwacht Oberwiesenthal

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