Die Schneekanonen in Oberwiesenthal sind startklar

Sachsens höchster Gipfel ist gerüstet für die bevorstehende Saison
Oberwiesenthal. Die Technik ist vorbereitet, die Beschneiungsanlagen sind aufgebaut – im Skigebiet auf dem Fichtelberg ist alles für die Wintersaison gerüstet. “Was noch fehlt, ist eine längere Kälteperiode”, sagt René Lötzsch. Dabei spricht der Geschäftsführer der Fichtelberg Schwebebahn von mindestens einer Woche, in der konstant Temperaturen von mindestens minus fünf Grad herrschen. Dann wiederum müssen die Schneekanonen eine Woche lang die künstliche weiße Pracht produzieren, um eine Grundlage für den Skispaß auf Sachsens höchstem Gipfel zu haben.

Der ist in diesem Jahr generell zwei Euro teurer. Das aber nicht nur, weil das Parken auf mehr als 2500 Stellflächen im Skigebiet dafür gratis ist. Vielmehr sind die in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gestiegenen Betriebskosten dafür verantwortlich. “Die haben wir bisher noch nicht umgelegt”, erläutert der Geschäftsführer. So kostet die Tageskarte künftig 25 Euro beziehungsweise 23 Euro. Der Preis für eine Berg- und Talfahrt mit der Schwebebahn liegt bei 7 Euro für einen Erwachsenen. Skipässe für die neue Saison gibt es seit Montag an den Kassen der Schwebebahn. Die Liftgesellschaft Oberwiesenthal als zweiter Liftbetreiber steige zum Saisonbeginn mit ein.

Gerüstet für die neue Saison sind auch die Kameradinnen und Kameraden der Bergwacht, versichert Pressesprecher Sebastian Groß. “Wir arbeiten wieder am Wochenende in drei Dienstgruppen mit durchschnittlich zehn Kameraden als Besetzung. Drei Personen arbeiten als hauptamtliche Mitarbeiter an den Wochentagen über die Stiftung Sicherheit im Skisport”, erläutert er. Eine der hauptamtlichen Stellen sei dabei erstmals mit einem Kameraden der tschechischen Bergrettung besetzt worden. Dadurch erhoffen sich die heimischen Bergretter eine Verbesserung bei der Betreuung von verunfallten tschechischen Skifahrerinnen und Skifahrern. Zudem seien für eine intensivere Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften auf tschechischer Seite im Spätsommer Gespräche mit Bergrettern aus Bozi Dar geführt worden. “Vor allem im Bereich der Sesselbahnrettung würden wir perspektivisch gern zusammenarbeiten”, erklärt Sebastian Groß.

Weiter verbessert wurde in den Sommermonaten die technische Ausstattung. Mit Zuschüssen aus einem Förderprogramm des sächsischen Innenministeriums konnten in den Sommermonaten ein Ausbildungsfahrzeug sowie ein Phantom zur Übung von Wiederbelebungsmaßnahmen angeschafft werden. “Somit kann intensiv mit Technik trainiert und können medizinische Maßnahmen geübt werden”, erläutert Sebastian Groß.

Investitionen am Gebäude seien dagegen in diesem Jahr noch nicht realisiert worden. “Wir wollen und müssen aber einen Anbau schaffen”, macht er deutlich. Allerdings lasse sich dieses Vorhaben gegenwärtig nicht ohne “Drittmittel” umsetzen: Fördergelder, Spenden oder auch Sponsorengelder beispielsweise. “In diesem Jahr wurde kein passendes Förderprogramm dafür gefunden”, erläutert der Bergretter.

Unterdessen werden die beiden Skigebiete am Fichtelberg und am Keilberg auf tschechischer Seite auch in dieser Saison wieder gemeinsam vermarktet. “Es gibt zum zweiten Mal ein gemeinsames Ticket”, bestätigt der Geschäftsführer der Fichtelberg-Schwebebahn, René Lötzsch.

Das Skigebiet am Fichtelberg in Zahlen und Fakten
Sachsens beliebtestes Wintersportgebiet vermarktet sich auch in diesem Jahr gemeinsam mit dem tschechischen Pendant – dem Skigebiet auf dem Keilberg. Für die Wintersportler stehen damit insgesamt 27 Pistenkilometer zur Verfügung. Lifte und Bahnen verfügen über eine Transportkapazität von 15.390 Personen pro Stunde.
Rund um den Fichtelberg stehen insgesamt 15 Abfahrten unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades zur Verfügung. Langlauf ist auf insgesamt 28,4 Kilometer Loipen möglich. Dazu kommen 77 Kilometer Ski- und 26 Kilometer Winterwanderwege.
Um deren Präparation und die Pflege während der gesamten Saison kümmert sich ein 14-köpfiges Team des kommunalen Unternehmens Fichtelberg Schwebebahn. Unterstützung erhalten sie in diesem Winter von reichlich 30 Saisonkräften.
Zunehmender Beliebtheit erfreut sich zudem die knapp zwei Kilometer lange Rodelstrecke. Ihr hatte der ADAC bei einem Test von insgesamt 30 Pisten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien in der zurückliegenden Saison als einer von insgesamt nur drei Anlagen das Gesamturteil “sehr gut” ausgestellt. (af)
Service
www.fichtelberg-schwebebahn.de
erschienen in FREIE PRESSE am 13.11.2012 ( von Antje Flath ) Foto: Bernd März

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