Ausrüstung und Technik der Bergwacht Oberwiesenthal
Wir in der Bergwacht Oberwiesenthal sind so ausgerüstet, dass wir das ganze Jahr über, ob im Sommer oder Winter, verunglückten Menschen im Mittelgebirge Hilfe leisten können.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen unsere Ausrüstung vorstellen.
Fahrzeug: VW-T5 Syncro, 136 PS, 100 KW, Geländefahrzeug

Standardausrüstung:
Trage mit Tragetisch; Tragestuhl; Vakuummatratze; Vakuumschienen; Schaufeltrage; 2x Kletterrucksack; 1x Arztrucksack; 1x Funksprechanlage mit Funkmeldesystem

KFZ-Anhänger: Wir verfügen über einen KFZ-Anhänger zum umsetzen der Motorschlitten.
Spezielle Winterrettungsgeräte
Das wichtigste Fortbewegungsmittel im Winter stellt die „Schneekatze“ für uns dar. Wir sind mit 2 Motorschlitten „Alpina IV“ der Firma Skidoo ausgestattet. Diese Motorschlitten sind analog den Fahrzeugen im straßengebundenen Rettungsdienst mit „Blaulicht“ und Signalton ausgerichtet. Durch diese optische und akustische Warneinrichtung versuchen wir uns bei Einsatzfahrten im Skigebiet rechtzeitig kenntlich zu machen, um so zur Sicherheit auf den Pisten beizutragen.
Standardausrüstung:

Schneeschaufel; Suchscheinwerfer; 25m Bergseil; Medizinische Ausrüstung (Schienen, Arztrucksack, Verbandsmaterial, Sauerstoff u.v.m.)

Standardausrüstung: Bergesack; Wärmedecken; Vakuummatratze

Für den Transport liegender Patienten mittels Motorschlitten können wir auf zwei unterschiedliche Rettungsschlittentypen zurückgreifen.An der Schneekatze hängend befindet sich ein umgebauter Toboggan als Rettungsmittel. Dieser ermöglicht uns einen schonenden Abtransport von verletzten Personen.
Der Toboggan - Bei diesem Gerät handelt es sich um einen leichten Rettungsschlitten der mit 2 Holmen ausgerüstet ist und nur von einer Person gefahren wird. Die Holme können durch anheben als Bremse benutzt werden und ermöglichen so ein sicheres Abfahren im steilen Gelände.
Der Toboggan (vergleichbar mit einem „Canadier“) ist ein älteres Rettungsmittel, welches aber durchaus noch Anwendung im Skibetrieb findet.
Seit ca. 5 Jahren verwenden wir zum Transport liegender Patienten standardmäßig einen speziell für Bergrettungseinsätze konzipierten Fjellpulken. In dem aus Skandinavien stammenden Rettungsschlitten, der sowohl von Hand als auch am Motorschlitten hängend gefahren werden kann, sind die Patienten besser vor Wind und Wetter geschützt. Somit eignet sich dieser besser für lange Wegstrecken.
Ein weiteres Rettungsgerät in der organisierten Bergrettung ist der ursprünglich aus Lappland stammende Ackja.

Hierbei handelt es sich um eine "Metallwanne" mit 4 Holmen die von 2 Personen gefahren wird. Durch eine am Vorderteil angebrachte Bremskette ist der Ackja von geübten Helfern auch im steilsten Skigelände sicher zu handhaben.

Wichtig ist, dass der Ackja nur mit zusätzlicher Sicherungsleine, die der vordere Fahrer um den Oberkörper legt, gefahren wird. So kann im Falle eines Sturzes eine "Freifahrt" des Ackjas verhindert werden!

Die Bereitschaft Oberwiesenthal verfügt über 2 Ackjas die ebenfalls standardmäßig mit Bergesack, Vakuumschienen, Vakuummatratze und Decken ausgerüstet sind.
Spezielle Sommerausrüstung
Für die Rettung von verunglückten Kletterern oder Wanderern im absturzgefährdeten Gelände, verfügen wir über Seil- und Kletterausrüstung, durch die eine sichere Rettung ermöglicht wird.

Ein Kletterrucksack beinhaltet:

1* Helm; 1* Brust/ Sitzgurt;1* Steigklemme; 1* Seilrolle; 1* Abseilacht; 1* Shunt;3* Expressschlingen; 10* HMS Karabiner, sowie verschiedene längen Bandschlingen- und Reepschnurrmaterial und Kantenschützer.
Außerdem ist die Bereitschaft im Besitz von 4 Radeberger Haken.
Dieses Anfang der 50er Jahre in Sachsen entwickelte Rettungsgerät wird zum Abseilen von Personen verwendet. Ein großer Vorteil besteht darin, dass der Helfer durch einlegen des Lastseiles in die Sicherungsnase beide Hände frei hat.

So kann er am Verletzten arbeiten. Weiterhin findet der Radeberger Haken Anwendung bei der Sicherung und als stationäres Ablassgerät. Später wurde der Radeberger Haken von Hans Uwe Straß weiterentwickelt. 1986 erhielt er eine zusätzliche Sicherungsöse an der Fachschule für Berufsfeuerwehren und im Jahre 2000 wurde dieses Modell mit der DIN 34 300 genormt.
Korbtrage mit Vakuummatratze und Seileinbinde
Um Personen aus steilem Gelände, Felswänden etc. liegend abtransportieren zu können, kommt die Korbtrage zum Einsatz. Wir können auf ein Modell der Firma Medida zurückgreifen. Dieses Gerät ist teilbar und lässt sich somit besser verstauen und transportieren.
Seilmaterial: Wir arbeiten, wie in der Bergwacht üblich, mit Vollseilen. Außerdem verfügen wir über ein 120m und 200m Statikseil, welches speziell zur Rettung am „Seilbahnhang“ eingesetzt wird.
Medizinische Ausrüstung:
Jeder unserer Kameraden verfügt über einen persönlichen „Sani-Rucksack“. In diesem befinden sich neben Gegenständen der persönlichen Schutzausrüstung umfangreiches Verbandsmarterial, sowie z.B. eine Vielzahl verschiedener Binden, eine Samssplint- Schiene und eine Beatmungsmaske.
Vakuumschienen: Diese Schienen bestehen aus einer flexiblen und luftdichten Kunststoffhülle, die etwa zur Hälfte mit Hartschaumkügelchen gefüllt ist. Mit Hilfe einer Vakuumpumpe lässt sich die in der Schiene befindliche Luft absaugen. Dadurch verhärtet sich die Schiene und die betroffene Extremität wird ruhig gestellt.
Vakuummatratze: Sie funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Schienen.Der gesamte Körper kann so immobilisiert werden. Die Vakuummatratze findet häufig Anwendung bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen sowie bei Oberschenkelfrakturen u.v.m.
Schaufeltrage: Diese Trage ist eine Leichtmetallkonstruktion die zur Unterbringung platzsparend zusammengelegt werden kann.Sie findet oftmals Anwendung bei Patienten mit Wirbelsäulen- und Beckenverletzungen, wo es wichtig ist weitere Bewegungen zu unterbinden. Mit Hilfe der Schaufeltrage ist es möglich einen Verletzten schonend auf eine Vakuummatratze umzulagern.
HWS- Immobilisator: Wir arbeiten mit Modellen der Firma Stifneck. Der Stifneckkragen ermöglicht eine optimale Ruhigstellung der Halswirbelsäule in der Neutralposition.
Arztkoffer: Die Arztkoffer werden von uns auf dem T5 und den Motorschlitten mitgeführt. So haben wir bei schwerverletzten Personen, wo ein Arzt hinzugezogen wird, die nötige Ausrüstung (z.B. Intubationsset, Infusionen und Notfallmedikamente) vor Ort.
Automatischer- externer Defibrillator (AED): Das ist ein Gerät, dass mittels Audio-Aufforderung und Grafikanzeigen den Bediener durch die einzelnen Schritte einer Herz-Lungen-Wiederbelebung oder einer Defibrillation führt. Es analysiert den Rhythmus des Herzens und leitet selbständig die entsprechenden Maßnahmen ein.