90 Einsätze über Weihnachten und den Jahreswechsel

Mit Eröffnung der Skisaison am Fichtelberg hat Bergwacht alle Hände voll zu tun – Einmal wurde bereits der Rettungshubschrauber angefordert

Oberwiesenthal. Die Mitstreiter der Oberwiesenthaler Bergwacht haben alle Hände voll zu tun. Nach den ersten reichlich 14 Tagen Skibetrieb am Fichtelberg stehen bereits rund 90 Einsätze zu Buche, zog am Dienstag Leiter Jörg Escher eine erste Zwischenbilanz. Die meisten Unfälle wurden über Weihnachten und Neujahr registriert, als auch der bislang größte Ansturm zu verzeichnen war. »Ich hoffe, das relativiert sich in den kommenden Tagen«, so Escher.

Mit dem Auftakt in die neue Skisaison, der erst am 19. Dezember vollzogen wurde, mussten auch die Mitglieder der Bergwacht das erste Mal ausrücken. Eine Oberarmfraktur galt es zu versorgen. »Das ging gleich gut los«, sagt Escher mit ernstem Unterton, obwohl gerade Armbrüche beinahe schon zum Tagesgeschäft gehören. Negativer Höhepunkt bislang aber sei ein schwerer Sturz gewesen, in dessen Folge der Skifahrer noch am Hang reanimiert werden musste. Für den anschließenden Abtransport wurde ein Rettungshubschrauber angefordert.
Ursache für viele Unfälle am Fichtelberg ist nach Eschers Ansicht oftmals das Fahren abseits der abgesteckten und damit präparierten Pisten. »Hier kann man immer wieder nur an die Vernunft der Skifahrer appellieren«, betont der Bergwacht-Chef. Hinzu komme natürlich wie jedes Jahr zu Beginn der Saison die Ungeübtheit vieler Abfahrer.

Inwieweit der Althaus-Effekt des Vorwinters in dieser Saison anhält, könne man im Moment noch nicht sagen. »Ich schätze derzeit fahren tagsüber etwa 40 Prozent mit einem Helm.« Nach dem schweren Ski-Unfall des Ex-Ministerpräsidenten von Thüringen, Dieter Althaus, waren im vergangenen Winter Skihelme zu einem regelrechten Verkaufsschlager avanciert.

Apropos Unfälle. »Natürlich versorgen wir jeden verunglückten Skifahrer. Unsere Hauptaufgabe ist aber die Präventivarbeit«, schildert Escher. Dazu gehört das Aufdecken von Mängeln auf den Pisten sowie das Unterbinden von rowdyhaftem Verhalten am Hang. Das sei angesichts von nur drei hauptamtlichen Mitarbeitern – an den Wochenenden sind schon ehrenamtliche im Einsatz – und der Masse an Unfällen aber oft kaum machbar. Zufrieden ist Escher mit der technischen Ausstattung. »Wir verfügen seit wenigen Tagen nicht nur über zwei neue Motorschlitten, sondern auch ein neues Quad. Außerdem konnten wir mittels Spendengeldern zwei Rettungsschlitten kaufen.«

Freie Presse erschienen am 05.01.2010 (Von Thomas Wittig) – Foto: Brigitte Streek

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