2012 – 100 Jahre Bergrettung in Sachsen

Offizielles Gründungsdatum der Sächsischen Bergwacht ist der 3. April 1912. Als zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts Wandern und Klettern unter anderem in der Sächsischen Schweiz in Mode kamen, schnellten die Unfallzahlen in die Höhe. Deshalb gründeten die Bergsteiger zusammen mit dem Samariter-Bund eine “Samariter-Abteilung”.

Die heutige Bergwacht geht auf den Bergsteigerbund zurück. In den 20er- und 30er-Jahren ließen sich Laien von Ärzten zu Ersthelfern ausbilden. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand sich der Bergrettungsdienst unter dem Dach des Deutschen Roten Kreuzes zusammen.

In den derzeit 13 Rettungsstationen von Zittau bis zum Vogtland sind rund 650 Bergretter ehrenamtlich im Dienst.

 

Um dies zu würdigen und zu feiern, hatte die Bergwacht Sachsen das Jahr 2012 zum Festjahr ausgerufen. Der Auftakt dafür war am 21. Januar bei uns in Oberwiesenthal

Bei typischem Winterwetter (Schneeschauer und Wind) präsentierten sich die Bergwachten Sachsens die vor allem ein Skigebiet betreuen und vorrangig Rettung in der Skisaison betreiben.

      

 

Mit einem Festakt auf der Festung Königstein feierte die Bergwacht Sachsen im Beisein von Innenminister Markus Ulbig und zahlreichen DRK-Bergwächtern am 31. März ihr 100-jähriges Bestehen. Über 100 Gäste nahmen an dem feierlichen Festakt im Festsaal der Festung Königstein teil. Parallel dazu wurde in der Magdalenenburg – dem ehemaligen Provianthaus der Festung – eine Sonderausstellung zur Historie der Bergrettung in Sachsen eröffnet. Zu sehen waren unter anderem Ausrüstung von der Trage bis zu Bergschuhen, Fahrradbereifung und motorisierte Rettungsschlitten. Alle Exponate stammen aus der Sammlung der Bergwacht und waren größtenteils auch im Einsatz. Zahlreiche Fotos illustrierten die Einsätze der ehrenamtlichen Retter. Gezeigt wurde die Schau bis zum 4. November.

http://www.festung-koenigstein.de/index.php/meldung/items/id-100-jahre-bergwacht-in-sachsen-1912-2012.html

 

Abschlussveranstaltung Bielatal 07. – 09.09.12

Am zweiten Septemberwochenende fand im Bielatal in der Sächsischen Schweiz eine gemeinsame Einsatzübung der Bergwachtbereitschaften aus ganz Sachsen statt. Wir waren mir einer kleinen aber feinen Truppe natürlich mit dabei. Zusammen mit der Bergwacht Dresden bestand unsere Aufgabe darin zwei Unfallopfer in einem bestimmten Gebiet zu finden, zu versorgen und zu bergen. Nach einer kurzen Suche konnte fand sich ein Unfallopfer in der sog. „Benno- Höhle“ und ein Weiterer in einer Felsspalte unweit davon. Beide wurden von uns fachgerecht versorgt und abtransportiert. Das Zusammenspiel mit den Kameraden der Bergwacht Dresden gelang dabei perfekt.
Bei den anderen Einsatzgruppen musste sogar der Christoph 62, der natürlich extra für die Übung vor Ort war, angefordert werden. Er flog mit einem Flugretter der Bergwacht zwei Patienten aus dem Felsen.

Noch etwas Kurioses: Eine Einsatzmeldung lautete: ,,Suizidversuch auf einem Felsplateau!“
Die Schauspielerin leistet so gut Arbeit, dass Wanderer dies für einen Ernstfall hielten und die Leitstelle informierten. Dies konnte jedoch sofort richtig gestellt werden.

Am späten Nachmittag fand eine Schauvorführung statt, bei der gezeigt wurde, wie vor 50 Jahren Bergrettung aussah statt.
Am Abend spielte dann die Bergsteigerband „Schlappseil“ für ca. 200 Bergwachtkameradinnen und Kameraden auf dem Hof der Ottomühle kräftig auf. Das Wochenende war eine sehr gelungene Veranstaltung und bildete zugleich den Abschluß der Feierlichkeiten zum 100- jährigem Jubiläum der Bergwacht Sachsen.

Auf die nächsten 100 – Allzeit Berg Heil

PS: Bilder folgen…

PPS: Zur Geschichte der sächs. Bergwacht ist auch folgender Beitrag sehr interessant:

http://www.mdr.de/geschichte-mitteldeutschlands/magazin/video58572.html

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